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CDU-Bundestagsabgeordneter Torbjörn Kartes bei GAIA

Torbjörn Kartes, Bundestagabgeordneter und Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion Ludwigshafen besuchte vergangene Woche die Firma GAIA mbH in Lambsheim. Die Situation in der Branche der erneuerbaren Energien, insbesondere der Windenergie nach den letzten Änderungen des EEGs und die Folgen für den Mittelstand sowie für die Beschäftigten in der Branche wurden genauso thematisiert wie die Gefahr, die Klimaziele, die eng mit der Energiewende zusammenhängt, sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene nicht mehr zu erreichen.

Torbjörn Kartes kam auf Einladung der Geschäftsleitung, Michael Wahl und Torsten Szielasko nach Lambsheim. In einem Firmenrundgang wurden dem CDU-Bundestagsabgeordneten die verschiedenen Abteilungen der Firma vorgestellt, wie die Windenergieplanung, die Photovoltaik und die Akquise, sowie die Energieeffizienz-Maßnahmen des Firmengebäudes gezeigt und erläutert.

Dem Bundestagabgeordneten, der als Bereichsleiter Personal bei der TWL AG tätig war, ist das Energiethema sehr vertraut. „Doch in meiner parlamentarischen Tätigkeit beschäftige ich mich mit den Themen Fachkräftemangel, Rente, Beruf und Familie“, sagt Kartes, der in der Kommission Arbeit und Soziales mitwirkt.

Nach der Präsentation der Firma wurde bei der anschließenden Gesprächsrunde die Situation der Branche der erneuerbaren Energien thematisiert. Angesprochen wurden insbesondere die Turbulenzen im Bereich der Photovoltaik und der Windenergie, die nach den entsprechenden Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), im Jahr 2012 für die Photovoltaik und 2017 für die Windenergie, eingetreten sind. Nicht nur die Einführung einer Deckelung des Ausbaus von Photovoltaik und Windenergie sei problematisch, sondern auch die Einführung von Ausschreibungsverfahren, die eine zuverlässige Projektplanung widersprechen, erläuterten die beiden Inhaber und Geschäftsführer von GAIA.  

Torstenz Szielasko, Geschäftsführer von GAIA und Torbjörn Kartes, Bundestagabgeordneter und Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion Ludwigshafen. (v.l.)

Torsten Szielasko betonte, dass die Ergebnisse der drei Ausschreibungsrunden im Windenergiebereich im Jahr 2017 gezeigt hätten, dass geeignete Korrekturen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) notwendig seien. „Manche Korrekturen wurden bereits beschlossen, wie beispielsweise eine BlmSch-Genehmigung als Voraussetzung für alle Bieter in den kommenden zwei Auktionsrunden im Jahr 2018“, erklärt Szielasko. „Denn durch die Sonderbehandlung der sogenannten Bürgerenergiegesellschaften, welche beispielsweise keine BlmSch-Genehmigungspflicht beim Gebot und eine längere Frist für die Umsetzung von Projekten haben, können sie ihre Projekte günstiger anbieten. Das Ergebnis dieser Sonderbehandlung ist, dass bei jeder Auktion die sogenannten Bürgerenergiegesellschaften über 90 Prozent der Zuschläge erhalten haben. Dabei sind Projekte mit BlmSch-Genehmigung, das sind bundesweit über 1600 genehmigte Megawatt, so gut wie leer ausgegangen“, erklärt Torsten Szielasko.

„Diese Fehlentscheidungen auf politischer Ebene gefährden die Innovationskraft und die Vorreiterrolle Deutschlands sowohl im Bereich der erneuerbaren Energien als auch bei der Elektromobilität. Außerdem zeigt sich bereits jetzt, dass Deutschland die eigenen Klimaziele verfehlen wird, weil sie weiterhin auf Kohle statt auf die erneuerbaren Energien setzt“, sagte Michael Wahl.

Szielasko und Wahl betonen beim Gespräch einige der Forderungen aus der Branche, wie beispielsweise eine Anhebung der Deckelung für Photovoltaik und Windenergie, eine Sonderausschreibung für genehmigte Windenergieprojekte „um Druck aus dem Kessel zu nehmen“, eine verpflichtende BlmSch-Genehmigung für alle zukünftigen Ausschreibungen und eine Anpassung der Referenzertragskurve bei Windenergieprojekten, um den tatsächlichen Kosten im Süden Rechnung zu tragen.

Der Firmensitz von GAIA mbH, der seit 2012 in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Kofferfabrik der Firma Goldpfeil beheimatet ist, ist selbst ein Beispiel dafür, wie mit den geeigneten Energieeffizienzmaßnahmen und der Nutzung von erneuerbaren Energien sowohl aus einem Neubau als auch aus einem Altbau ein Energie-Gewinn-Gebäude werden kann. Im Technikraum, wo die Wechselrichter und Speichersysteme der Photovoltaikanlage untergebracht sind, konnte Torbjörn Kartes auch die Entwicklung der Speichertechnik direkt feststellen: Waren die Speichersysteme vor gut fünf Jahren noch so groß wie ein Aktenschrank, ist die Größe der letzten Speichergeneration nur noch ein Fünftel davon. Zusätzlich ermöglichen eine Luftwärmepumpe und seit Anfang 2017 ein Blockheizkraftwerk die 100-prozentige Nutzung der selbst erzeugten Energie für den Wärme-, Warmwasser- und Stromeigenverbrauch im Gebäude. Überschüsse werden ins Netz gespeist.