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20 Jahre GAIA mbH

Die GAIA mbH, ein rheinland-pfälzischer Pionier in der Windenergie- und Photovoltaikbranche, feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Firmenjubiläum.

1999 gegründet, zählt das Unternehmen der Geschäftsführer Torsten Szielasko und Michael Wahl zu den Wegbereitern der Energiewende in Deutschland und den führenden Projektierungsgesellschaften für Windenergie- und Photovoltaikanlagen im Südwesten der Republik. Um den Höhen und Tiefen in den turbulenten Erneuerbare-Energien-Märkten standzuhalten, setzt das mittelständische Unternehmen aus Lambsheim im Rhein-Pfalz-Kreis auf moderates, aber kontinuierliches Wachstum sowie Flexibilität und Offenheit für neue Geschäftsfelder wie die Betriebsführung von Windenergieanlagen und Photovoltaik-Freiflächenanlagen.

„Wir wollten etwas für den Klimaschutz und die Energiewende tun“, erinnert sich Geschäftsführer Torsten Szielasko, der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sowie Publizistik in Mainz studiert hat, an die Anfänge. Den ersten Kontakt mit der Windenergie verdankt er selbst Matthias Willenbacher, der später die Projektentwicklungsgesellschaft für regenerative Anlagen Juwi gründete. Willenbacher war im gleichen Studenten-Fußballverein und wollte auf dem Acker seines Onkels ein Windrad bauen. Mit insgesamt zehn Studierenden aus verschiedenen Fachbereichen trommelten Szielasko und Willenbacher eine Million DM für die Errichtung des Windrads zusammen. „Es war eine Enercon E40 mit 500 Kilowatt Leistung“, erzählt Szielasko. Heute werden Windräder mit 5 Megawatt Leistung gebaut, also der zehnfachen Leistung. Nach seinem Studium ging Szielasko zu Enercon, einem der führenden deutschen Hersteller für Windenergieanlagen, und verstärkte dort den Vertrieb in Nordrhein-Westfalen. Bald merkte er, dass es ihn in die Selbstständigkeit zog. Er gründete als Ein-Mann-Betrieb das Planungsbüro Süd-West-Wind.

Und wieder gab es eine schicksalhafte Begegnung. Zur gleichen Zeit wie Szielasko bewarb sich der Elektroingenieur Michael Wahl für ein Feld, um darauf ein Windrad zu bauen. „Ihr wollt beide auf meinem Acker bauen, tut Euch doch zusammen“, riet der Landwirt. Er war der Meinung, dass die Kompetenzen des Kaufmanns und des Ingenieurs gut zusammenpassten und machte sie miteinander bekannt.

Wahl hatte während seines Studiums der Elektrotechnik eine Studienarbeit über die Zukunft und Chancen der Erneuerbaren Energien geschrieben und dabei das Potenzial erkannt. Er ging nach dem Studium zu ABB, wo er für große Antriebe zuständig war. Den Plan und die Vision, „etwas mit Erneuerbaren zu machen“, hatte er stets im Hinterkopf. Bei ABB bekam er dann die Projektleitung für ein Windenergieprojekt. Das gefiel ihm, aber die Abstimmung im Konzern war ihm zu langwierig. Daraufhin beschloss er, sich selbstständig zu machen und zwar in der Windbranche.

Der Landwirt sollte Recht behalten. Vor nunmehr 20 Jahren gründeten Szielasko und Wahl zusammen die Gesellschaft für Alternative Ingenieurtechnische Anwendungen, kurz GAIA mbH. Auf das Wort Gaia, das in der griechischen Mythologie die personifizierte Erde bezeichnet, war Szielasko beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gestoßen, in dem er bis heute Mitglied ist. „Alternativ war damals das Wort für erneuerbar“, erklärt er.

Zunächst konzentrierten sich die beiden Unternehmer auf die Planung und den Bau von Windenergieanlagen, 2002 kam das Geschäftsfeld Solarstromerzeugung (Photovoltaik) dazu. 2010 hatten sie 60 Windräder mit 70 Megawatt Nennleistung gebaut, dazu kamen bis 2011 rund 150 Photovoltaikanlagen mit 7 Megawatt Gesamtleistung. In ihrem Jubiläumsjahr 2019 können sie auf 120 Windenergieanlagen mit 226,15 Megawatt Gesamtnennleistung und über 300 PV-Anlagen mit 8.116,20 Kilowattpeak Leistung zurückblicken.

Photovoltaik: Flexibel auf Marktveränderungen reagieren

Sowohl die Wind- als auch die Photovoltaikbranche erlebten in den zwei Jahrzehnten Höhen und Tiefen bis hin zu schweren Markteinbrüchen. Der Photovoltaikmarkt brach zusammen, als 2012 die Einspeisevergütung für Solarstrom drastisch gekürzt wurde. Eine Insolvenzwelle war die Folge. Wie konnte die GAIA mbH diese Krisenzeiten überstehen? „Wir haben jongliert“, sagt Szielasko zum Erfolgsrezept. „Wir haben mit Windenergie gestartet, dann wurde die Photovoltaik der Umsatzbringer. Als der Markt einbrach, haben wir umstrukturiert und neue Leitungsebenen eingezogen.“ Die Planung und Entwicklung von Windenergieanlagen ist heute das wichtigste Geschäftsfeld. 24 Mitarbeiter sind darin tätig, insgesamt hat GAIA derzeit 47 Beschäftigte. „Eigene schlüsselfertige Anlagen haben wir zurückgefahren“, berichtet Szielasko. 2018 sind elf von ihnen gebaute Windenergieanlagen in Betrieb gegangen, in diesem Jahr werden es zwei sein. Stattdessen bauen sie die Betriebsführung aus. Als Dienstleister ist GAIA für den Energieversorger EnBW Energie Baden-Württemberg und die wpd onshore GmbH & Co. KG aus Bremen, einen der größten deutschen Windenergieanlagenprojektierer, tätig.

 

Solarstromspeicher und Elektromobilität

Auch in der Photovoltaikbranche reagiert GAIA auf Veränderungen im Markt. Die Geschäftsführer nahmen Solarstromspeichersysteme in ihr Portfolio auf und stellen fest: „Jede zweite Photovoltaikanlage wird heute mit einem PV-Akku installiert“, so Micheal Wahl. Die Elektromobilität ist seit 2015 im Portfolio. Das Unternehmen plant und errichtet Ladestationen und Wallboxen für Elektroautos. Seit April 2015 ist zudem eine öffentlich zugängliche Schnell-Ladestation für E-Fahrzeuge auf dem Firmengelände in der Jahnstraße in Lambsheim in Betrieb. Im Dezember 2016 kam eine Schnellladestation dazu, die GAIA in Kooperation mit der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim betreibt. „Wir wollen die Elektromobilität in der Region mit vorantreiben“, sagt Wahl. Den eigenen Fuhrpark stellt das Unternehmen nach und nach auf E-Fahrzeuge um.

20 Jahre und wie soll es weitergehen? Ihr Unternehmen verkaufen wollen die Geschäftsführer nicht, obwohl sie schon Angebote erhalten haben. „Wir wollen unser Wissen weitergeben und persönlich zur Energiewende und zum Klimaschutz beitragen“, erklärt Szielasko die Entscheidung. „Dafür setzen wir auch weiterhin auf moderates Wachstum und werden auf Marktentwicklungen reagieren.“ So zum Beispiel ist das Unternehmen jetzt stärker im Gebiet der Photovoltaik-Freiflächenanlagen tätig. Im ersten Quartal kommenden Jahres werden drei von GAIA projektierte Großanlagen in Betrieb gehen. Außerdem plant GAIA den Schritt ins EU-Ausland und führt erste Gespräche mit potenziellen international tätigen Kooperationspartnern.

Sich einbringen und etwas zurückgeben

Die Verbandsarbeit ist ein weiteres Tätigkeitsfeld. Im Dezember 2017 wurde Torsten Szielasko zum stellvertretenden Vorsitzenden des Landesverbandes Rheinland-Pfalz des Bundesverbandes Windenergie (BWE) gewählt. Der Landesverband soll wieder aufgebaut und professionalisiert werden, um auch in der Politik stärker wahrgenommen zu werden. „Der Klimaschutz ist beschlossen und extrem notwendig, aber es fehlt der Fahrplan“, moniert Szielasko. „Und es fehlt die Aufbruchstimmung, wie es sie im vergangenen Jahrzehnt gab, in der Politik wie in der Bevölkerung. Wir sollten diese wiedererwecken oder zumindest daran anknüpfen.“

In der Region Lambsheim ist das Unternehmen ebenfalls aktiv. So sponsert GAIA beispielsweise lokale Vereine, darunter die Tischtennis- und die Basketballabteilung des örtlichen Sportvereins Eintracht Lambsheim. Im vergangenen Jahr hat GAIA den Basketball-Cup finanziell unterstützt und wird dies auch dieses Jahr wieder tun. „Wir wollen uns einbringen und wir wollen der Region etwas zurückgeben“, sagt Michael Wahl und fügt hinzu: „Als mittelständischer Unternehmer sollte man sich in seiner Region engagieren.“

Und noch etwas können und wollen sie weitergeben – und zwar an die Jugend: ihr Wissen um regenerative Anlagentechnik und Unternehmertum. Seitdem immer mehr Schülerinnen und Schüler freitags für den Klimaschutz streiken, häufen sich die Anfragen für Besichtigungen von Windenergieanlagen. „Es ist nicht immer leicht in den Geschäftsalltag einzubauen, zumal es immer mehr werden“, sagt Wahl, „aber wir tun, was wir können.“ Vielleicht springt ja bei dem einen oder anderen auch der Funke über und er oder sie wird auch in der Umweltbranche tätig oder gründet sogar eine eigene Firma.